Schlagwort-Archive: Studium

Einblick und Ausblick

Hier war ziemlich viel Betrieb, während ich weg war, dabei hab ich seit fast drei Wochen nicht gebloggt. Wahrscheinlich wolltet ihr alle wissen, wie meine Eignungsprüfung gelaufen ist, hm?

Die gute Nachricht ist: Ich hab bestanden. Die schlechte Nachricht: Meine 4 Punkte werden dieses Jahr kaum reichen. (Man wird wohl ca. 6 brauchen.)

Das Prüfungsgespräch lief meinem Gefühl nach ziemlich gut, wie meine Hausaufgabe angekommen ist kann ich überhaupt nicht sagen. Schnell durchgeblättert, eine Rückfrage, weiter mit dem Nächsten. Mit meinen Ergebnissen zu den beiden Aufgaben war ich allerdings extrem unzufrieden, noch bevor ich gesehen habe, was die anderen für Fotos gemacht haben… Wir sollten ein Einzelbild zum Thema „Einblick“ machen und außerdem eine Person in drei Bildern portraitieren. Entschuldigt, wenn ich die Fotos jetzt nicht hochlade, aber ich war wirklich sehr, sehr unzufrieden und das müssen wir ja niemandem zumuten. Dass ich dafür keine Punkte bekommen habe: Gut, ich hätte mir auch keine gegeben. Natürlich habe ich trotzdem gehofft, insgesamt besser abzuschneiden, aber die Konkurrenz war einfach zu stark. Deswegen wurmt es mich auch nicht allzu sehr.

Was mich kurzzeitig etwas geärgert hat, war die Erkenntnis, dass die Mappenberatung mich eher in die Irre geführt hat, statt mir zu helfen. Ich will hier jetzt nicht großartig rumnölen in der Öffentlichkeit, aber ich will mindestens sagen, dass ich glaube, man hat mir ein wenig falsche Hoffnungen gemacht und ich hab die an meine Fotos angelegten Kriterien offenbar.. falsch verstanden.. oder so. Hust. Die Verantwortung der niedrigen Punktzahl liegt natürlich bei mir, keine Frage. Ich hätte auch nicht erst zur letzten Beratung gehen sollen, noch zu einem anderen Prof und überhaupt.. vielleicht auf meinen Instinkt hören sollen.

Nach der Punktevergabe war ich trotz allem ganz schön enttäuscht, habe dann mit einem Mitbewerber gesprochen, der mich netterweise ein wenig aufgebaut hat, war dann ein wenig wütend über die enttäuschte Hoffnung, noch mal traurig und habe mir dann mit Freunden die Kante gegeben. Am nächsten Morgen haben wir uns verkatert aus dem Hotelzimmer geschleppt, auf die nächste Wiese geworfen und betrübt Grashalme gezählt. Ich zumindest. Dann kam ein wunderschöner, junger Husky angelaufen… und schiss direkt neben unser Entspannungslager. Ach herrje, ich habe Tränen gelacht… Wer hätte gedacht, dass mir ein Hundehaufen mal den Tag rettet.

Mittlerweile sehe ich die quasi vermasselte Eignungsprüfung positiv. Entschieden ist ja noch nix, aber dieses Jahr scheint es viele starke Leute zu geben, da reichen 4 Punkte nicht aus. Ich bin einfach noch nicht so weit und ich denke es wird mir guttun, ein Jahr Zeit zu haben, um mehr Erfahrung zu sammeln, vielleicht ein Praktikum zu machen und vielleicht noch mal in eine andere Stadt zu ziehen, auch wenn mir Bonn im Sommer jeden Tag ein bisschen besser gefällt. Vielleicht bleib ich den Sommer noch hier, wenigstens für den Kaffee und die glücklichen Kinder vor meinem Fenster. Dann such ich mir ein neues Fenster.

Werbeanzeigen

Alles neu macht der April

Es brennt mir unter den Fingernägeln euch von meiner Arbeit zum Thema „Plagiat“ zu erzählen, denn ich glaube, und da muss ich mich mal kurz selbst loben, dass ich einen fantastischen Einfall hatte. (Hoffentlich) Fantastisch geeignet für die Prüfung, aber auch fantastisch für mich, weil ich Gelegenheit hatte mich mit etwas zu beschäftigen, was ich wahnsinnig interessant und spannend und wichtig finde und das ich bei der Gelegenheit direkt unterstützen und fördern kann, indem ich darüber berichte.

Jedes Mal aufs Neue wirft es mich um, wie viel Spaß mir die fotojournalistische Arbeit macht – dass mich das Thema inhaltlich auch noch so inspiriert setzt dem die Krone auf. Ich glaube außerdem, dass ich mich seit der letzten Reportage sehr verbessert habe, auch technisch, und ich bin mir gar nicht sicher, wo das herkommt. Ich bin gespannt, was ihr von Idee und Umsetzung haltet!

…Aaaber das muss warten. Es sind ja noch drei Wochen zur Eignungsprüfung und so gern ich meine Gedanken und Ideen mit anderen teile und das auch sehr wichtig finde, es geht eben doch um eine Bewerbung und jeder soll sich selbst ein Konzept überlegen, seine eigene Perspektive auf das Thema darstellen. Man führe uns also nicht in Versuchung und erlöse uns von meiner bösen Einwirkung auf eure kreativen Prozesse.

Zur Kompensation für meine angestrengte Unterdrückung eines überenthusiastischen Bild- und Wortschwalls über meine Hausaufgabe, habe ich mich ein wenig an meinem Blogdesign abreagiert. Erst wollte ichs unbedingt dunkel, wegen der Fotos, jetzt sehnte ich mich plötzlich nach Helligkeit, Klarheit, einem anderem Aufbau und einer neuen About-Seite… Besser, oder?

Eignungsprüfung, olé!

Ich wurde zur künstlerischen Eignungsprüfung eingeladen!

Der Brief lag wohl schon seit Donnerstag in meinem Fach und da meine Nachbarin mich heute immer noch nicht gesehen hatte, bin ja in Hamburg, hat sie mir Bescheid gesagt, die kluge Frau, und ihn mir am Telefon vorgelesen. Schön, wenn sich andere so mit einem freuen. :)

Thema der Hausaufgabe ist übrigens „Plagiat“. Mal sehen was mir dazu noch so einfällt…

Den Menschen den Menschen erklären

Nachdem ich am Montag endlich meine Mappe abgegeben hatte, konnte ich mich glücklicherweise mit einem Ausstellungsbesuch belohnen, für den ich mich gerade mal um die eigene Achse drehen musste. Seit dem 10. März zeigt die FH Hannover mit „Den Menschen den Menschen erklären“, was sich in den mittlerweile 10 Jahren Fotojournalismus in Hannover alles getan hat.

Leider hatte ich es nicht zur Eröffnung geschafft, ich empfehle aber dazu den Artikel bei FreeLens „Diejenigen, die sich noch Welt zumuten“. Darin das schöne Zitat von GEO-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede aus dem Ausstellungskatalog:

Mag aus den Reinräumen der Medientheorie, in denen manche neue deutsche Bleichheit haust, auch der Ruf erklingen, der deutsche Fotojournalismus sei mausetot bis tot. Er ist es doch nicht! Es gibt sie noch, jene, die sich noch Welt zumuten. Die ihr Handwerk als artistisch, aber nicht als artifiziell ausüben wollen, die es anwenden wollen um uns das Leben da draußen vorzuführen, nicht um über ihr eigenes zu sinnieren. Die uns mit dem konfrontieren wollen, was außerhalb unserer Reichweite geschieht und was wir ohne sie eben nicht sehen könnten. Sie langweilen sich nicht, sie sind der Menschen nicht überdrüssig, nicht der glücklichen, nicht der rotzenden, blutenden, leidenden. Sie müssen nicht unscharf werden wie jene, denen die Schärfe der Realität offenbar Furcht einjagt. Und wie jene, die glauben, im Nebel sei auch noch die simpelste eigene Idee in höhere Bedeutung zu verwabern.

Nein, es verspricht wirklich nicht zu viel.

Ich kannte zwar schon vieles, aber es war unglaublich inspirierend, all die tollen Arbeiten junger Fotografen in einer gemeinamen Ausstellung zu sehen; die Vielfalt der Themen und Stile macht wirklich Spaß. Vielleicht hätte ich auch eingeschüchtert sein können, ich hatte ja gerade meine Mappe abgegeben… aber irgendwie blieb das aus. Ich habe nur umso mehr gehofft, dass ich wenigstens zur Eignungsprüfung eingeladen werde, bitte bitte!, auch wenn ich noch ganz am Anfang stehe..

Mappe, fertig, los!

Es ist vollbracht:

 

So ein blödes tolles Sonderformat macht ganz schön viel Arbeit. Vor allem wenn man besser im Bett liegen sollte. Dafür hat die vornehme krankheitsbedingte Blässe mir extrem hilfreiche und rabattfreudige Mitarbeiter im Copyshop beschert.

Übrigens habe ich natürlich doch noch eine vierte Reportage gemacht, auch wenn ich die nicht unbedingt brauchte. Lad ich vielleicht in den nächsten Tagen mal hoch. Und wenn ich am Montag dann endlich den ganzen Bewerbungskram abgeben habe, kann ich auch wieder an meiner Bachelorarbeit weiterbasteln… Yay.

Eklektische Spannung

Nachdem ich die letzten Wochen unter Hochdruck an meiner Mappe gearbeitet hatte, war ich am Dienstag endlich bei der Mappenberatung an der FH Hannover. Die Tage davor war ich unfassbar aufgeregt, habe bis zur letzten Minute noch an der Mappe gesessen, aber als ich endlich da war und auf die ersten Mitbewerber traf, war die Nervosität fast komplett verflogen. Komisch. Aber willkommen.

Es dauerte gut zwei Stunden bis ich an der Reihe war, also war ich erstmal froh, endlich auch mal die Arbeiten einiger Mitbewerber zu sehen, denn bisher war ich überzeugt, dass ich eher zu den „Schlechteren“ gehören würde. Was auch immer das bedeutet. Ob das so ist, weiß ich immer noch nicht, technisch waren einige ziemlich gut, hatten mehr Erfahrung. Andererseits hatten in meiner Gruppe von mindestens 30 Leuten maximal fünf Leute eine Reportage dabei, wenn ich mich richtig erinnere. Bei einigen Bildergruppen fehlte dem Professoren außerdem die eindeutige thematische Klammer oder auch die formale Zusammengehörigkeit oder ihm gefielen einfach die Fotos nicht („Das ist doch kein Foto!“). Vieles war aber auch sehr gut, es wurde ständig neu arrangiert und insgesamt konnten glaube ich alle etwas mit der Kritik anfangen.

Als meine Mappe dann endlich dran kam, wurden zuerst ungefähr die Hälfte der Fotos aussortiert. Aber damit hatte ich gerechnet, meine Bildergruppen hatte durchschnittlich immerhin 16 Fotos. Ich muss zugeben, beim Aussortieren einiger Bilder war ich überrascht, vielleicht, weil das Kriterium „Man muss sehen, was da passiert/gemacht wird“ für meinen Geschmack sehr streng interpretiert wurde. Aber ich hab ja auch keine Ahnung. Außerdem blieben dennoch zwei komplett fertige Reportagen zurück, die jetzt abgesegnet von einem der Professoren in die Mappe können und für die dritte Reportage über den Geigenbauer fehlen nur noch zwei bis drei Motive. Im Vergleich bin ich so ziemlich gut weggekommen was den zusätzlichen Arbeitsaufwand für die fertige Mappe angeht.

Am meisten gefreut habe ich mich über die Reaktion auf die Schaustellerreportage. Die Fotos vom Abbau wurden fast komplett rausgeschmissen, so dass der Fokus wirklich auf dem Warten und Rumhängen lag. Der Prof meinte, so würde sie ihm sehr gut gefallen, er fände sie spannend. Spannend! Ich glaube, das Wort hat er an dem Tag nicht oft gebraucht, haha. Und ich hatte das Gefühl, dass die Reportage vielleicht auch am meisten in die Richtung dessen ging, was er zu Anfang der Beratung sagte: Es soll/muss nicht exotisch sein, sondern spannend erzählt.

Ich habe also wieder ein wenig Hoffnung, nicht mehr allzu viel zu tun und ein wesentlich leichteres Herz. Wer weiß, vielleicht klappts ja doch schon dieses Jahr…

Mappenerwartung

Nachdem ich nun die angemessene Zeit vertrödelt habe, um mit dem Schwung der sich anbahnenden Panik vor der Mappenberatung fluchs noch zwei Bilderreihen aus dem Boden zu stampfen, habe ich drei Wochen vor dem Termin endlich angefangen zwei meiner vielen Ideen in Angriff zu nehmen. Wahrscheinlich sind die wenigsten Projekte in drei Wochen umsetzbar, zumindest Projekte in der Größenordnung meines Kopfes. Zwei tolle Projekte in drei Wochen, inklusive allem und das ohne irgendeine Art von Routine… Ich weiß ja nicht mal, wo ich meine Fotos drucken lasse. Nunja. Ich liebe Herausforderungen. Selbst schuld.

Wofür ich mich also aus Zeit- und Kostengründen entschieden habe, war eine kleine Bilderreihe über einen Geigenbaumeister und eine Reihe über die diesjährige Bundes-Rammlerschau. Wenn schon Stress, dann doch bitte mit jeder Menge Häschen.

Die Fotos des Geigenbaumeisters werde ich hier leider nicht präsentieren können, offenbar ist diese Art von Publicity nicht so deren Ding. Schade, aber auch sympathisch. Ich kann euch also nur mit Worten erzählen, wie herausragend fantastisch es bei dem Geigenbaumeister war. Rein menschlich betrachtet. Ich bin ohnehin hauptsächlich zu dem Geigenbaumeister gegangen, weil mir seine große, warme, lachende Aura schon mal über den Weg gelaufen war. Glücklicherweise wurde mir gleich zugesagt. An zwei Tagen habe ich dann das schöne alte Atelier und alle Mitarbeiter bei der Arbeit fotografiert und nebenbei eine ganze Menge über den Geigenbau gelernt, Betriebsgeheimnisse inklusive. Es war so schön und familiär, ich wollte gar nicht mehr gehen. Und wenn man mit „Wer ist denn diese schöne junge Frau?“ begrüßt wird, naja, dann kann man das entweder schmierig finden oder alte Herren alte Herren sein lassen und sich über so viel Offenheit und Harmonie bei der „Arbeit“ freuen. Die Fotos sind übrigens auch ganz nett geworden. Glaub ich.

Bei der Bundes-Rammlerschau hatte ich auch viel mit älteren Herren zu tun, was an sich immer eine gute Sache ist. „Die“ mögen mich wohl. Aber das reflektieren wir jetzt nicht. Jedenfalls auch da nur positive Erfahrungen, obwohl ich natürlich weit weniger Unterhaltungen geführt habe. Mir fiel gegenüber anderen Besuchern meistens nicht viel ein außer „Ach, ist das ein süßes Häschen!“, also habe ich nur wahnsinnig interessiert geguckt und andere Leute fotografiert, die wahnsinnig interessiert geguckt haben. Am interessiertesten haben übrigens die Kaninchen auf meine Kamera geguckt. So musste ich gefühlte 200 Fotos löschen, auf dem nur unscharfes hüpfendes Flausch in Nahaufnahme zu sehen war oder ich habe fünf aufeinanderfolgende Fotos gemacht, auf denen das gleiche Kaninchen in der exakt gleichen Position in meine Richtung schnüffelt, ohne auch nur mit den Löffeln zu zucken.

Aber ihr wollt bestimmt lieber Fotos sehen, ne? Nächste Woche. Hoffentlich. Bestimmt. Ich. Muss. Fertig. Werden. Am 15. ist Mappenberatung!