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gradual failure

Mein letzter Post ist fast 1,5 Jahre her und dennoch möchte ich es kurz machen:

Es geht mir nicht gut. Schon sehr, sehr lange. Ich habe in meinem Studium lange sehr gut funktioniert, zum Ende hin bricht trotzdem alles unter mir weg. Ich weiß wie melodramatisch das klingt, aber einer meiner Fehler war und ist, mir nie etwas anmerken zu lassen, bloß nicht um Hilfe zu bitten, gar nicht erst davon zu sprechen, dann mache ich auch nicht den dummen Fehler, mich selbst daran zu erinnern. Das funktioniert nicht mehr.

Deswegen wird hier auch in Zukunft erst mal nicht viel passieren; es gibt ohnehin nicht viele Neuigkeiten, die für dieses Blog relevant wären. Ich hatte Anfang des Jahres eine kleine, aber schöne Veröffentlichung und ab und zu fotografiere ich noch, aber aus irgendeinem Grund zieht es mich zur Zeit vor allem zur Musik. Die hatte ich beinahe vergessen… (Amarok 2.0 bleibt ein unüberwundenes traumatisches Update, das niemand ernstnehmen mag) Keine Angst, ich verschone euch damit.

Vielleicht lade ich ein paar Bilder hoch, ein anderes Mal.

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„Plagiat“

Wie versprochen meine Hausaufgabe für Hannover:

Plagiat oder Kunst?
Warum wir ein neues Urheberrecht brauchen
Wenn im kreativen Bereich von einem Plagiat gesprochen wird, dann geht es meist um eine Urheberrechtsverletzung, den Diebstahl „geistigen Eigentums“. An der rechtlichen Lage hat sich dabei bis auf einige Verschärfungen seit 1965, also seit über 50 Jahren, nichts verändert.
Und gesellschaftlich?
Till Kreutzer, Rechtsanwalt, ist wie viele andere der Meinung, dass unser Urheberrechtsgesetz der digitalen Alltagswirklichkeit nicht mehr gerecht werden kann. User Generated Content, Remixing, Sampling, Video Art: All diese neuen Kreativmethoden werden erheblich eingeschränkt, eine ganze Generation von Kreativschaffenden, die lange nicht mehr nur Nutzer sind, werden als Raubkopierer und Plagiatoren kriminalisiert.
Als Sachverständiger diskutiert Till deshalb auf verschiedenen Veranstaltungen wie zum Beispiel der Internetkonferenz re:publica, wie unser Urheberrecht aussehen sollte, um die technischen, kulturellen und sozialen Eigenheiten unserer Wissens- und Informationsgesellschaft zu reflektieren. In zahlreichen Interviews, Vorträgen, Diskussionsrunden und persönlichen Gesprächen engagiert er sich für eine grundlegende Reform, die mehr Raum für Innovation und Kreativität schafft.“

Der Text durfte leider nicht länger sein, aber wenn ich euch für die Thematik interessiert empfehle ich euch erstens Tills Vortrag auf der re:publica und zweitens das Rechtsportal iRights.info, da gibts jede Menge Texte von ihm und seinen Kollegen zum Thema Urheberrecht in der digitalen Welt. Lohnt sich.

Leider weiß ich (noch) nicht, wie die Hausaufgabe angekommen ist. Im Gegensatz zu anderen wurde ich zumindest nicht in die Mangel genommen, es ist aber auch niemand begeistert vom Stuhl gehüpft. Im Nachhinein kann ich mir vorstellen, dass es vielleicht zu sehr Pressefotografie ist und man danach in Hannover nicht unbedingt sucht.. Hätte ich wissen müssen, aber was solls. Mit den Fotos an sich bin ich eigentlich ganz zufrieden, gemessen an was auch immer.

Ich hatte bei der Hausaufgabe jedenfalls sehr, sehr viel Spaß. Sonntags die Idee gehabt, Montags die Zusage, Dienstag ein wenig in die Thematik eingelesen, Mittwoch hin und Donnerstag fotografiert. Hach. Schön. Nebenbei hab ich noch jede Menge interessante Leute kennengelernt und habe es sehr genossen eeeeendlich mal die re:publica zu besuchen. Wieso bin ich da eigentlich nicht früher gewesen? Tz… Nächstes Jahr komme ich jedenfalls wieder, dann habe ich hoffentlich auch mehr Zeit für mehr Veranstaltungen, denn freitags musste ich schon wieder zurück, wenn auch leider nicht zurück nach Hause. In einer Woche war ich in vier Städten, ich glaube, das ist mein persönlicher Rekord. Leider hatte ich vergessen meine eigene Spontanität einzuplanen und dass einem das 3-Tage-Gepäck spätestens nach 5 Tagen ausgeht, und das ist sehr geruchstolerant gerechnet, wenn man keine Zeit hat zwischendurch zu waschen. Also schnell neue Socken, Unterwäsche und T-Shirt gekauft; mensch, kam ich mir absurd vor. Aber in Zukunft plane ich besser.

Übrigens bin ich heute noch ein bisschen froher über die verpatzte Eignungsprüfung. Und verwundert, über mich. Das klingt jetzt gleich etwas arrogant, aber: Ich glaube, ich bin es nicht mehr gewöhnt, nicht erfolgreich zu sein. Mein Studium ist zum Schluss hin einfach wahnsinnig gut verlaufen, bei lauter glatten Einsen hatte selbst ich (fast) nichts mehr zu beanstanden. Und dann: 4 von 15 Punkten. Autsch. Aber statt mich der wiederentdeckten Niederlage hinzugeben, geht es mir erstaunlich gut. Ein bisschen besser sogar, weil ich jetzt endlich weiß, wo ich stehe, und das auch nachvollziehen kann. Deswegen schrei ich auch immer so nach (fundierter) Kritik, die mir aber selten jemand geben möchte oder kann, außer einer Person, die sich jetzt hoffentlich angesprochen fühlt.

Gut, eigentlich habe ich bei der Prüfung keine Kritik bekommen, außer eine mickrige 4, aber natürlich glaube ich längst zu wissen, worans liegt und wo ich ansetzen muss. Das mach ich jetzt mal.

Zufrieden? Nie (lange).

Heute mal ein wenig Architekturfotografie:

Das Posten dieses Bildes wurde veranlasst durch die akute Unzufriedenheit mit meinem letzten Post und vor allem den letzten Bildern.

Da es hier jedoch um die Dokumentation einer Entwicklung geht, werde ich den Post natürlich nicht löschen, ich buttere ihn nur mit neuen Fotos unter bis ich auch mit denen unzufrieden bin.

Und möglicherweise bedeutet der Meinungsumschwung auch nur, dass es schon einen Fortschritt gegeben hat, mit dem eben auch der Anspruch wächst.

Das Foto erinnert mich außerdem wieder daran, wie sehr mir Weitwinkel-Aufnahmen gefallen. Irgendwie erinnern sie mich immer an Stanley Kubrick, oh Kubrick, vermutlich, weil ich mich in meiner letzten Hausarbeit u.a. mit der Mis-en-cadre in A Clockwork Orange beschäftigt habe.

Welly, welly, welly, welly, welly, welly, well. Aber damit wollen wir jetzt nicht anfangen.